Zeitreise in Deutschlands ältester Stadt: Trier
Von Colin Engerer
Trier ist vor allem für Wein und römische Denkmäler bekannt - und zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Bei uns im Porträt: Porta Nigra, Amphitheater, Kaiserthermen, Hauptmarkt und das Museum Karl-Marx-Haus.
Trierer Top-Attraktion: Porta Nigra.
Porta Nigra
Die Porta Nigra ist das mächtige Stadttor Triers, ca. 180 n. Chr. erbaut. Der Wehrbau, die größte noch erhaltene Torburg der Römerzeit, sollte vor germanischen Angriffen aus dem Norden schützen. Heute erklimmt fast jeder Besucher die berühmteste Sehenswürdigkeit Triers. Nicht nur die äußere Fassade und die Türme der Porta gefallen. Auch die Innen-Besichtigung lohnt. Eine Wendeltreppe führt zu den drei Etagen, deren Gänge meist begehbar sind. Durch die offenen Tor-Fenster im Obergeschoss (30 Meter hoch) bieten sich schöne Aussichten auf die Innenstadt.
Amphitheater
Das imposante Amphitheater ist um 100 n. Chr. entstanden und damit das älteste der erhaltenen römischen Bauwerke Triers. Die inzwischen mit Gras bewachsene Ruine war bis Anfang des 5. Jahrhunderts Schauplatz für Kampf- und Gladiatorenspiele, mit Rängen für 20.000 Zuschauer. Erst kämpften hier Menschen und Tiere, wurden Musik und Theater gespielt. Doch die Arena erfuhr eine wechselvolle Geschichte: früher eine ummauerte Wallanlage, später zur Befestigungsanlage der Stadt gehörend, wurden die Torbauten und das übrige Mauerwerk im Mittelalter als Steinbruch genutzt. Im 19. Jahrhundert freigelegt, bildet das Amphitheater heute im Sommer eine Kulisse für Konzerte und Aufführungen, z.B. die Antikenfestspiele, die auch in den Kaiserthermen ausgetragen werden.
Die hoch aufragenden Kaiserthermen.
Kaiserthermen
Die bis zu 19 Meter hoch aufragenden Ziegel-Gemäuer der Kaiserthermen sind Ruinen eines prächtigen Bäderpalastes aus dem 4. Jahrhundert. In der Residenz-Anlage des Kaisers Konstantin sollten sich die hier siedelnden Römer in Warm- und Kaltbädern, bei Sauna und Massage sowie beim Sport erholen. Nach Meinung der Historiker wurde die Badeanlage jedoch nie genutzt, da der Kaiser kurz vor ihrer Vollendung im Jahr 316 aus der Augusta Treverorum, so hieß Trier damals, wegzog. Der Bau wurde später umgestaltet und diente u.a. als Teil der heute kaum mehr vorhandenen mittelalterlichen Stadtmauer. Nur ein Teil der ursprünglichen Badeanlage ist somit erhalten.
Hauptmarkt
Auch wenn die Trierer zu Recht auf viele Bauten und Plätze in ihrer Stadt stolz sind: Der Hauptmarkt ist unumstritten der lebendige Mittelpunkt der schönen Moselstadt. Hier ist immer etwas los, ob Wochenmarkt, Weihnachtsmarkt oder Konzerte beim Altstadtfest.
Karl-Marx-Haus / Museum
In der Brückenstraße in Trier steht das Geburtshaus von Karl Marx (1818-1883). Es ist eines der schönsten barocken Bürgerhäuser Triers und wird als Museum genutzt. Zahlreiche Original-Dokumente, Nachdrucke, Schautafeln und Bilder informieren auf drei Etagen über den Philosophen und Begründer des modernen Sozialismus.
Mosel & Weinberge
Bewaldete Hügel und Berge steigen von der im Tal liegenden Stadt Trier zu beiden Seiten der Mosel an. Am Flussufer in Zurlauben mit seinen Cafés und Restaurants starten die Schiffs-Ausflüge. Weinkeller besuchen und Proben des heimischen Riesling-Weißweins verkosten: wer dies bei einem Mosel-Urlaub für ein "Muss" hält, ist im idyllischen Trierer Winzer-Stadtteil Olewig am Fuß des Petrisberges genau richtig. Der Ort mit dörflichem Charakter bietet mehrere gemütliche Gasthöfe, Weingüter und Restaurants zur Auswahl. Am ersten Wochenende im August steigt alljährlich das viertägige Olewiger Weinfest, zu dem sich halb Trier einfindet.
Text: Colin Engerer. Bilder: Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Trier