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Aktivurlaub mitten im Paradies

Mountainbiken auf Hawaii

Tropische Früchte mitten im Paradies - der Wahl-Haiwaiianer Matthias Nyquist pflückt sie zum Entzücken seiner Gäste direkt vom Baum. Den Neugierigen läuft schon das Wasser im Mund zusammen, bis er mit geübtem Druck die pockige Schale aufsprengt.

Die harmlos aussehende Frucht entpuppt sich als bestialischer Stinker. «Jeden Morgen ein Glas Noni-Saft, das hält gesund», sagt Nyquist augenzwinkernd. Der schwedische Weltenbummler hat sich auf Hawaii niedergelassen wegen der Sandstrände, der schaumigen Wellen und der Bars am Strand von Waikiki. Doch am liebsten zeigt Nyquist seine neue Heimat aus anderer Perspektive: aus dem Sattel eines Mountainbikes.

Es muss ja nicht gerade die «Hölle im Paradies» sein, wie das 24-stündige Fahrradrennen auf der Kualoa Ranch an der Westküste von Oahu heißt. Die moderne Version des Drahtesels ist aber das ideale Fortbewegungsmittel, um das Ka'aawa-Tal mit seinen wie mit sattgrüner Wolle überzogenen, furchigen Hängen zu erkunden. «In grauer Vorzeit galt das Tal als Zufluchtsort mit heilenden Kräften», sagt Nyquist. Wer sich etwas zu Schulden kommen ließ, es vor den Verfolgern bis hierher schaffte und ein Jahr lang aushielt, galt als geläutert und konnte als freier Mensch in die Gesellschaft Hawaiis zurückkehren.

Das Gebiet der Filmemacher

Das Ambiente des Tales könnte manchem Besucher vertraut vorkommen. Die Ranchbesitzer vermieten das Gebiet regelmäßig an Filmemacher. Hier wurden zum Beispiel Teile des Dinosaurier-Thrillers «Jurassic Park» gedreht, «Pearl Harbour», «Godzilla» und «50 erste Dates». Ein aus «Jurassic Park» bekannter Baumstamm, hinter dem sich die Akteure vor den Dinosauriern versteckten, liegt noch da. Die Ranch streckt sich fast sieben Kilometer an der Ostküste Oahus entlang und umfasst rund 1500 Hektar mit drei Bergen. Vorfahren der Besitzer John und David Morgan kauften das Land im Jahr 1850 von König Kamehameha III.

Bei einem Mountainbike-Ritt über Stock und Stein sind Schweißperlen programmiert, doch ist die Belohnung meist nur eine Kurve weit entfernt: Auf mancher Lichtung tut sich beim Blick über Hänge und Wiesen plötzlich ein grandioser Blick auf die Strandkulisse auf, mit dem tiefblauen Pazifik im Hintergrund.

Matthias Nyquist ist ein wandelndes Hawaii-Lexikon. Der Gruß «Aloha» zum Beispiel, bei Besuchern schnell anstelle des «Hallos» in aller Munde, hat eine tiefe Bedeutung, erläutert er: «Alo heißt teilen, ha ist der Geist, die Seele. Nach altem hawaiischem Glauben ist der Atem die Seele. Bei der Begrüßung rieben Hawaiianer Stirn und Nase aneinander und bliesen sich gegenseitig ins Gesicht.» Neben der Noni-Frucht zeigt Nyquist auch, wo das wächst, was Hawaii-Touristen vor allem aus Souvenirläden kennen: die Kukui-Nuss. Ihre Kerne werden als Alternative zu den üblichen Blumengirlanden als unverwüstliche Willkommensketten aufgefädelt und sind überall zu haben.

Mountainbikes lassen sich auf Hawaii an mehreren Orten ausleihen, Touren organisieren verschiedene Veranstalter. Nach einem mehrstündigen und oft auch schweißtreibenden Ausflug lässt man die Seele dann in den blauen Pazifikfluten umso besser baumeln.

Text: dpa/gms, Fotos: Informationsbüro Hawaii

   
   

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