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Entdecken Sie die Seychellen!

Inseln mit Wohlfühlgarantie

Die Strände der Seychellen liegen in Umfragen stets auf den vorderen Plätzen. Was nicht weiter verwundert, denn an den bezaubernden Insel-Ufern gibt es eine richtige Wohlfühlgarantie.

Die Seychellen sind kein Reiseziel, in dem es "nur" Sonne, Sand und Meer gibt. Das gibt es zwar auch alles und in bester Qualität - ein angenehm warmes Klima, Strände, die zu den schönsten der Welt gehören, ein strahlend blaues Meer -, aber der Zauber, den die Inseln im Indischen Ozean versprühen, rührt nicht nur daher. Es ist auch die satte tropische Vegetation, es sind die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt und nicht zuletzt die freundlichen, lebenslustigen Menschen, die eine Reise in den Archipel vor der afrikanischen Küste zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

Über viele Jahre hinweg war es für Geologen ein Rätsel, wie die Seychellen - Inseln entstanden sein könnten. Gibt es doch keinen vergleichbaren Archipel, der, bis auf wenige Ausnahmen, nur aus Granitfelsen besteht. Doch nun scheint das Problem gelöst, seit sich die Wissenschaft darauf geeinigt hat, dass die Erde bis vor etwa 650 Millionen Jahren, also bis zum Ende des erdgeschichtlichen Mittelalters, im Wesentlichen aus zwei Kontinentalplatten bestand: Gondwanaland auf der südlichen Erdhalbkugel und Laurasia auf der nördlichen. Gondwanaland umfasste Afrika, Vorderindien, Australien, die Antarktis und Südamerika und wurde von Laurasia durch ein im Laufe der Jahrmillionen unterschiedlich breites Meer getrennt. Kräfte aus dem Erdinneren und tektonische Vorgänge bewirkten ein Zerfallen von Gondwanaland in einzelne Kontinentalplatten, wobei sich die Form und Größe der heutigen Erdteile herausbildete. Der größte Teil des Seychellen-Archipels ist, nach Auffassung der Geologen, ein versprengter Rest des südlichen Ur-Erdteils.

Die Hauptinsel Mahé beispielsweise besteht aus purem Granit, der sich bis zu einer Höhe von knapp 1 000 m über dem Meeresspiegel auftürmt und an den Küsten in bizarren Klippen und Riffen steil abfällt. Diese Felsen sind aber nur die wenigen sichtbaren Spitzen eines riesigen Unterwassergebirges, des so genannten Mahé-Plateaus. Abgesehen von Mahé sind es 41 weitere Inseln, die auf diesem etwa 20 000 km² großen Granitplateau liegen.

Im Laufe der Zeit entstanden hier aber auch Koralleninseln mit weiß leuchtendem Sand. Sie unterscheiden sich in ihrer landschaftlichen Gestalt deutlich von den durch Kräfte aus dem Erdinneren geformten Granitinseln und sind zumeist so flach wie ein Brett (beispielsweise Denis Island oder Bird Island). Weit entfernt vom Mahé - Plateau erstreckt sich ein weiterer mächtiger Unterwasserrücken, der jedoch nicht aus Granit, sondern aus vulkanischem Basalt besteht. Auf diesem liegen die so genannten Äußeren Seychellen.

Nähme man alle 115 Inseln der Seychellen zusammen, so ergäbe das mit 455 km² nur etwas mehr als die Fläche, die die Stadt Köln einnimmt. Mahé ist mit 152 km² die größte (und am dichtesten besiedelte) Insel, Cousine mit nur 2 600 m² die kleinste. Arabische Seefahrer betraten die Seychellen als Erste. Um das Jahr 800 n. Chr. entdeckten sie den Archipel auf ihrem Weg vom Morgenland nach Indien. Die Araber (vielleicht der Weltenbummler Ibn Batutta) nannten die erste Insel, die sie entdeckten, Aldabra, übersetzt "die Grüne". Etwa dreißig Gräber auf der unweit von Mahé gelegenen Insel Silhouette sind stumme Zeugen ihrer einstigen Anwesenheit. Wie die Araber ums Leben kamen, ob ihr Schiff unterging - das ist alles nicht bekannt. Den Arabern folgten verschiedene portugiesische Seefahrer und Entdecker, 1502 beispielsweise Vasco da Gama, der als Entdecker der südwestlich von Mahé liegenden Amiranten ("Admiralsinseln") gilt. Als der Seychellen - Archipel mit sieben Inseln zum ersten Mal auf einer portugiesischen Seekarte verzeichnet wurde, hieß er "As sete irmas", die sieben Schwestern, auf anderen Karten auch "Os sete irmãos", die sieben Brüder. Im 16. und 17. Jh. kamen die Piraten und Freibeuter. Niederländische und französische Flibustiers und britische Buccaneers (Seeräuber) nutzten einige der Inseln als sichere Verstecke zwischen ihren Beutezügen durch den Indischen Ozean. Gefürchtet waren sie, allen voran der legendäre Olivier Levasseur, der seinen bürgerlichen Namen ablegte und sich fortan "La Buse", der Bussard, nannte. Viele Jahre trieb er sein Unwesen, bis er 1730 von den Franzosen gefangen genommen und auf der Île Bourbon, dem heutigen Réunion, hingerichtet wurde.

La Buse hat zu den zahlreichen Legenden über die Seychellen einen guten Teil beigetragen. Ausgehend von der Annahme, dass er ein ebenso durchtriebener wie intelligenter Gauner gewesen sein muss, suchen mehr oder weniger legitime Nachkommen noch heute systematisch nach dem riesigen Schatz, den La Buse am Strand von Beau Vallon auf Mahé versteckt haben soll. Bislang hat jedoch die Phantasie der Lebenden offensichtlich noch nicht ausgereicht, um dem toten Seeräuber auf die Schliche zu kommen, denn trotz eines erheblichen finanziellen Aufwandes wurde noch nicht das kleinste Stückchen Gold gefunden. Verschwunden ist auch die Schatzkarte mit den exakten Anweisungen, die La Buse wenige Minuten vor seiner Hinrichtung einem Augenzeugen in die Hand gedrückt haben soll.

Die Seychellen tragen ihren heute gültigen Namen seit 1756, als der irische Kapitän Corneille Nicolas Morphey die Inseln im Auftrag der französischen Krone offiziell in Besitz nahm. Benannt wurden sie nach Jean Moreau de Séchelles, dem Finanzminister am Hofe König Ludwigs XV. Der muss, wie man so sagt, eine ziemlich schillernde Figur gewesen sein. Gewiss, als Finanzminister von König Ludwig XV. hatte er es zu etwas gebracht. Aber was den Iren Morphey dazu bewogen haben mag, einer Gruppe von Inseln im Indischen Ozean, nur etwas mehr als einen Katzensprung vom Äquator entfernt, den Namen dieses Finanzverwalters des französischen Königs zu geben, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen - zumal es noch nicht einmal sicher ist, dass Moreau de Séchelles die Inseln je selbst betreten hat.

Schillernde Persönlichkeiten gab es in der Geschichte der Seychellen zuhauf: Da ist beispielsweise der Franzose Quéau de Quinssy, der das Amt des Gouverneurs im Jahre 1794 übernahm. Just zu diesem Zeitpunkt beginnen die ersten britischen Angriffe auf die Seychellen. Und als am 16. Mai jenes Jahres die Engländer mit der gewaltigen militärischen Übermacht von vier Schiffen und 1 200 Soldaten vor Victoria auftauchen, sieht Gouverneur de Quinssy keine andere Möglichkeit, als eine von ihm selbst formulierte Kapitulationsurkunde zu unterzeichnen. Doch kaum sind die Schiffe der Briten wieder am Horizont verschwunden, holt de Quinssy den Union Jack wieder ein und hisst stattdessen erneut die Trikolore. Bis 1811 soll sich dieses Spielchen siebenmal wiederholt haben. Die Annexion der Seychellen durch die Briten wurde dann in den Pariser Verträgen von 1814 endgültig - allerdings blieb de Quinssy im Amt. Seinen Namen änderte er freilich in de Quincey.

Auf die Jahre der französischen Herrschaft folgte nach verlustreichen Seeschlachten ab 1811 die der Briten. Ein Jahr später schon schafften die neuen Herren die Sklaverei offiziell ab, was zu erheblichem Unmut vor allem unter den Besitzern der Kokosnussplantagen führte, denn sie lebten gut von den billigen Arbeitskräften. Deshalb dauerte es noch mehr als zwanzig weitere Jahre, genau bis 1839, bis der letzte Leibeigene befreit wurde. An das Los der Sklaven und ihre Befreiung erinnert heute die am südlichen Ortsrand von Victoria auf Mahé stehende Figur eines Mannes (Znom lib), der symbolisch seine Ketten sprengt.

Die Seychellen waren schon früh ein - nicht immer ganz freiwillig aufgesuchter - Zufluchtsort für Menschen vieler Nationen. Der deutsche Journalist Dieter Kronzucker wagte sich sogar an die Untermauerung der in Frankreich immer noch viel diskutierten These, der zehnjährige Sohn des 1793 in Paris hingerichteten Ludwig XVI. sei damals in einem Wäschekorb aus dem Land geschmuggelt und auf die Seychellen gebracht worden. Dort habe er unter dem bürgerlichen Namen Louis Poiret etliche Kinder in die Welt gesetzt und bis zu seiner letzten Lebensstunde versichert, er sei der wahre König von Frankreich. Wenn man das neueste Telefonbuch der Seychellen aufschlägt, findet man dort tatsächlich noch immer einen Poiret verzeichnet. Der allerdings meldet keinerlei Ansprüche auf Titel und Thron an und belächelt die ganze Geschichte eher. Dabei pflegte man auch im 20. Jh. noch missliebige Politiker ins Exil auf die Seychellen zu schicken, darunter einen Sultan von Malaysia und den Erzbischof Makarios III. von Zypern. Heute gilt die Republik der Seychellen als relativ stabile Demokratie, die sich einen sozialistisch angehauchten Staatschef leistet. Albert René, der Präsident der Republic of Seychelles, packte am 5. Juni 1977 die Gelegenheit beim Schopf und nutzte die Abwesenheit des demokratisch gewählten Staatspräsidenten James (Jimmy) R. Mancham zu einem Putsch. Seitdem hat René, der in der Schweiz und in England studierte, alle Wahlen gewonnen - die bis 1993 freilich immer ohne Gegenkandidaten stattfanden. Aber auch aus den Wahlen von 1993, an denen sich zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder mehrere Parteien beteiligen durften, ging René als Sieger hervor. Er setzte sich mit deutlicher Mehrheit gegen seinen Hauptwidersacher James R. Mancham durch, der in der Bevölkerung den Ruf eines Lebemannes "genießt". Dieser politische Zweikampf hatte auch einen ganz konkreten Hintergrund: Mancham machte nie einen Hehl daraus, dass er die Zukunft der Seychellen unter den Fittichen der britischen Kolonialherren eher gesichert sah als in der Unabhängigkeit. Sein Kontrahent René hingegen - unter Jimmy Mancham hatte er es immerhin zum Premierminister gebracht - wollte die Selbstständigkeit und die Loslösung vom britischen Empire, was den Entkolonisierungsplänen der Engländer im Übrigen sehr entgegenkam. 1981 kamen die Seychellois mit dem Schrecken davon, als ein paar Dutzend südafrikanischer Söldner in Victoria putschen wollten. In wessen Auftrag die Söldner agierten, ist bis heute nicht geklärt. Bei der Einreise hatten sie sich als Rugbyspieler getarnt und ihre Waffen in Sporttaschen versteckt. Als ein aufmerksamer Beamter die Waffen entdeckte, ergriffen die Söldner nach einem kurzen Feuergefecht die Flucht, kaperten ein startbereites Flugzeug und verschwanden wieder.

Wer sich um den Chefsessel im Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Victoria bemüht, scheint den Seychellois aber ohnehin eher nebensächlich zu sein. Leben und leben lassen ist die Devise, nach der man auf den Seychellen handelt. Das ist u. a. möglich, weil der Staat für die Grundversorgung verantwortlich ist: Es gibt nicht nur eine aus öffentlichen Mitteln finanzierte Rente, eine Arbeitslosenunterstützung und eine kostenlose Gesundheitsversorgung, sondern auch per Gesetz verordnete Mindestlöhne. Das alles trägt mit dazu bei, dass der Lebensstandard auf den Seychellen wesentlich höher ist als im übrigen Afrika. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren so drastisch gestiegen, dass sich viele Seychellois nur noch mit einem zweiten Job, z. B. als Taxifahrer oder Kellner, über Wasser halten können.

Beflügelt von der Poesie, die den Besucher der Seychellen überkommt, wenn er beispielsweise durch das Vallée de Mai auf der Insel Praslin streift, könnte man sagen: Der liebe Gott muss einen außerordentlich kreativen Tag gehabt haben, als er sich daran machte, die Seychellen vor der afrikanischen Küste ins Meer zu streuen. Keine Insel gleicht der anderen, auf jeder gibt es irgend etwas Besonderes, was die Nachbarinsel nicht zu bieten hat. Wie zum Beispiel die Palme, deren Frucht die berühmte Meereskokosnuss Coco de Mer ist: Sie wuchs ursprünglich nur auf Praslin; durch Menschen gelangten einige Nüsse auf ein paar Nachbarinseln und schlugen dort Wurzeln.

Es wuchert üppig auf den Seychellen, und wer von jenseits des Äquators kommt, ist beeindruckt von der Vielfalt an Formen und Farben, von der Dichte und Größe der Bäume und Sträucher. Dennoch ist die Natur auf den Inseln nicht sehr artenreich und auch nicht mehr ursprünglich. Die Siedler haben den Urwald bis auf wenige Reste abgeholzt oder abgebrannt. Neu eingeführte Pflanzen, wie der Zimtbaum zum Beispiel, verdrängten überdies die verbliebene einheimische Vegetation. Aber immer noch finden sich auf den Seychellen Pflanzen und Tiere, die sonst nirgends auf der Welt vorkommen. Zu den etwa achtzig endemischen Pflanzen zählt auch die schon erwähnte Coco de Mer, die Meereskokosnuss. Als die Seychellen noch weithin unbekannt waren, vermutete man, dass die andernorts angeschwemmte, überdimensionale Doppelnuss mit der Form eines weiblichen Beckens von einem riesigen Unterwasserbaum stammen müsse. Selbst in Europa wurde die Nuss zu einer gesuchten Rarität, nicht zuletzt, weil sie als Inbegriff der Fruchtbarkeit und der ewigen Jugend galt. So bot der Habsburger - Kaiser Rudolf II. im Jahre 1612 nicht weniger als 4 000 Golddukaten für eine einzige Nuss, was seinerzeit dem Gegenwert von etwa 500 Milchkühen entsprach. Auf den Malediven gehörten alle angeschwemmten Nüsse dem König - des Todes war, wer es wagte, sie für sich zu behalten.

Man könnte auch die Riesenschildkröten nennen, "lebende Fossilien" einer längst vergangenen Epoche der Erdgeschichte. Von ihnen gibt es allein auf den Seychellen mehr als 150 000 Exemplare. Esmeralda heißt die mit etwa 150 Jahren vermutlich älteste. Sie lebt auf Bird Island, der Vogelinsel. Einst dienten die behäbigen Tiere als lebende Wegzehrung für die Weiterfahrt über die Weltmeere. Heute steht ihrer Vermehrung niemand mehr im Wege.

Unter strengen Schutz gestellt wurden auch dreizehn Landvogelarten, die es nur auf den Seychellen gibt, wie der Paradiesschnäpper oder die holländische Taube - dazu etliche Seevögel wie die kleine Noddyseeschwalbe, die mächtigen Fregattvögel oder der Rotschwanztropikvogel. Wie fast alle Korallenriffe auf der Erde wurden auch die vor den Seychellen durch das Klimaphänomen El Niño schwer beschädigt. Die Korallen bleichten aus und starben ab, Algen legten sich darüber. Es wird vermutlich Jahrzehnte dauern, bis sich die einst so farbenprächtige und vielfältige Unterwasserwelt wieder regeneriert hat.

Dennoch ist die Natur und speziell die Unterwasserflora und -fauna mit rund 100 Korallen- und 300 Fischarten nach wie vor die größte Attraktion der Seychellen. Sie bietet Wassersport-Enthusiasten ebenso Interessantes wie passionierten Naturfreunden. Und sie ist das Grundkapital des Tourismus. Die Regierung der seit 1976 unabhängigen Seychellen hat das erkannt und geht deshalb mit der Natur pfleglich um. Sie stellte rund die Hälfte des gesamten Staatsgebietes in Form von Naturreservaten oder Nationalparks unter Naturschutz. Zu einigen Inseln haben nur Botaniker und Ornithologen Zutritt, in wenigen Ausnahmefällen noch eine begrenzte Anzahl Touristen.

Der Tourismus soll aber ganz unabhängig davon auch überschaubar bleiben. Charterfluggesellschaften haben keine Chance, eine Landegenehmigung auf Mahé zu erhalten. Limitiert ist auch die Zahl der Hotelbetten, neue Unterkünfte werden nur noch in Ausnahmefällen genehmigt. Auf diese Weise wird der Besucherstrom in relativ engen Grenzen gehalten. Pro Jahr sind es nicht viel mehr als 125 000 Touristen, denen der Besuch dieser einzigartigen Inseln möglich ist. Und das, obwohl der Tourismus mittlerweile zu den wichtigsten Devisenquellen zählt und andere, traditionelle Wirtschaftszweige fast völlig in den Hintergrund gedrängt hat.

Bisweilen schießt die Regierung der Seychellen aber auch ein bisschen über das Ziel hinaus. So zum Beispiel 1998, als man jeden Besucher dazu verpflichten wollte, schon bei der Ankunft am Flughafen zum stolzen Preis von 100 US - Dollar die Seychelles Gold Card zu kaufen. Nach heftigen Protesten von Reiseveranstaltern und Touristen machte man aus dem Zwangeine freiwillige Spende, die nur in Devisen entrichtet werden kann. Inhaber der lebenslang gültigen Gold Card genießen zahlreiche Vergünstigungen z. B. beim Besuch von staatlichen Naturschutzgebieten. Der Erlös kommt einem Naturschutzfonds zugute. Vielfältig wie die Natur sind auch die Menschen auf den Seychellen. Von jeder Rasse, heißt es, lebt zumindest ein Paar auf den Inseln. Das mag daran liegen, dass die ersten Siedler erst relativ spät, genauer gesagt erst im späten 18. Jh., und aus vielen Teilen der Welt auf die Inseln kamen. Die "Seychellois" - so nennen sich die rund 73 000 Bewohner der Seychellen selbst - sind ein bisschen afrikanisch, ein bisschen indisch, ein bisschen chinesisch, etwas europäisch und, und, und... Spätestens in der dritten oder vierten Generation werden aus ihnen aber "echte" Seychellois, ein buntes, auf der Welt einmaliges Völkergemisch, dessen Temperament am deutlichsten in der Sega, dem Nationaltanz der Seychellen, spürbar wird. Der Paartanz wird bevorzugt abends am Strand im Schein eines Feuers getanzt. Den "typischen" Seychellois gibt es natürlich nicht. Glatt gescheitelte Köpfe sind genauso häufig zu finden wie kraushaarige; dunkle Gesichter mit negroiden Zügen sind ebenso zahlreich wie hellhäutige mit europäischem Aussehen. Während man in vielen großen Nationen von einer multikulturellen Gesellschaft spricht, wird sie hier seit Jahrhunderten praktiziert.

Das Zusammenleben verläuft reibungslos, was aber nicht heißt, dass die Hautfarbe in der Gesellschaft keine Rolle spielt: Auch auf den Seychellen steigt das Ansehen mit der Helligkeit des Hauttons. Die Vielfalt der kulturellen Einflüsse ist unübersehbar. Von allem ein bisschen - das macht den Lebensstil und das Lebensgefühl der Seychellois aus. Lässig und unkompliziert sind sie, neugierig und lebensfroh. Stets allem Neuen aufgeschlossen und traditionsbewusst, auch wenn sie es mit der Moral nicht so genau nehmen. So gibt es - statistisch gesehen - nirgendwo auf dem Erdball mehr unehelich geborene Kinder als hier. Das Scheidungsrecht stellt nach einer fehlgeschlagenen Ehe der endgültigen Trennung nur denkbar geringe Hindernisse in den Weg.Es ist nicht schwer, der Schönheit der Seychellen und dem Charme ihrer Bewohner zu verfallen. Erleben Sie diesen einzigartigen Archipel mit offenen Augen - und Sie können sicher sein: Sie werden unbedingt wiederkommen wollen!

   
   

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