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Jordanien

Entdecken Sie Jordanien!

Auf der Karte sieht Jordanien fast aus wie ein Komet. Der Schweif, das ist der Wüstenkeil, der tief in den Irak reicht, im Norden an Syrien grenzt und im Süden an Saudi - Arabiens lange Grenze. Der »Stern« umfasst das Land von Aqaba am Roten Meer bis zum Yarmuk - Fluss an der syrischen Grenze und bildet mit dem Jordan und dem Toten Meer die Frontlinie zu Israel.

Frontlinie? Das war einmal, vor gar nicht so langer Zeit. Jetzt herrscht Frieden zwischen Israel und seinem arabischen Nachbarn. Aber wer ist dieser Nachbar Jordanien? Noch einmal ein Blick auf die Landkarte. An der Grenze, teilweise gerade wie ein Strich, ist schon zu erkennen: Das jordanische Territorium (Fläche 91 860 km², zwölf Distrikte) hatten sich die britischen Kolonialherren am grünen Tisch mit dem Lineal in der Hand ausgedacht, um 1923 ihrem Verbündeten Abdallah ein Königreich zu schaffen - das noch unter Mandat stehende Transjordanland, wie es damals hieß. In der Nord - Süd - Ausdehnung misst Jordanien knapp 400 km. Als »Winstons Schluckauf« wird der scharfe Knick in der jordanisch - saudischen Grenze bezeichnet, der gerne mit dem äußerst üppigen Mittagsmenü in Jerusalem erklärt wird, das Winston Churchill vor der Grenzfestlegung eingenommen hatte.

Das heutige Jordanien ist also ein relativ junges Gebilde, dessen historische Bezeichnung als Palästina oder Heiliges Land eher beschreibt, auf welch geschichtsträchtigem Boden sich der Reisende bewegt. Große Namen haben die Geschichte dieser Region mitgeprägt: der alttestamentarische Moses, Alexander der Große und Kaiser Hadrian, der Jerusalem - Zerstörer Nebukadnezar II. und der Islam - Stifter Mohammed. Eher unrühmliche Rollen spielten die Kreuzritterkönige Balduin I. und Richard Löwenherz. Berühmtester Widersacher der Kreuzfahrer war Saladin, illustre Gestalt des 20. Jhs. Lawrence von Arabien, dessen Spuren man überall findet. Nabatäer, Griechen, Römer, Assyrer, Omayyaden, Mamluken, Osmanen - die größten Kulturen der europäischen und vorderasiatischen Geschichte kämpften um dieses Stück Erde. Um die Geschichte hier zu verstehen, muss man grenzübergreifend denken, sollte man vorübergehend die junge Grenze zu Israel und das heutige Staatengefüge der Region vergessen. Erst war die Geschichte, dann kamen die Grenzen von heute.

Auf Ihrer Reise werden Sie sehen, dass diesen Besitzansprüchen nicht nur strategische und machtpolitische Überlegungen zu Grunde lagen; und auch nicht nur der Wunsch, Jerusalem, die Heilige Stadt der Juden, Christen und Muslime, zu kontrollieren. Jordanien war ein unvorstellbar reiches Land, eine Kornkammer wie Ägypten. Am Jordan wuchsen Getreide, Gemüse und Obst, die Berghänge waren bewaldet mit Akazien, Eukalyptus und Mimosen. Aber das Land wurde rücksichtslos ausgebeutet. Von den Wäldern ist nach der gnadenlosen Abholzung kaum mehr etwas übrig, und mit Getreide, Gemüse und Obst hat man ein anderes Problem: Wasser. Das blaue Gold des Nahen Ostens ist knapp. Dennoch gibt es Bemühungen, mit Aufforstungsprogrammen Jordanien wieder zu bewalden, und am Jordan hat man gelernt, auch mit wenig Wasser höchste Ernteerträge zu erzielen. Zudem wurde mit Israel vereinbart, das vorhandene Wasser, etwa aus dem See Genezareth, neu aufzuteilen.

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