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Entdecken Sie München!
Eine Weltstadt mit Herz, mit viel Sinn für Lebensfreude und Amüsement. München zelebriert bayerische Lebensart und gibt sich als Szenetreff
München ist immer beides: Großstadt und Provinz, Metropole und Millionendorf, High-Tech-Bastion und Trachtenwerkstatt, vielfacher deutscher Fußballmeister mit dem FC Bayern und einstiger Arbeiterverein mit dem Bundesligisten TSV 1860 München. München ist Universität und Analphabetismus, Villenvorort und Glasscherbenviertel, Jugendstilarchitektur und Vorstadtsünde, oder, um es kulinarisch auszudrücken: Es gibt Weißwurst und Nouvelle Cuisine, Schweinsbraten und Trüffeln, Bier und Bloody Mary. München ist eben ambivalent. Wer München entdecken will, muss sich auf ein Wechselbad einlassen. Er muss mit dem Münchner Grant (das ist, wenn ein Münchner in Ruhe gelassen werden will, und das will er eigentlich immer) genauso rechnen wie mit der sprichwörtlichen Gemütlichkeit, die es, abseits vom touristischen Trampelpfad durch die Stadt, wirklich gibt. Und wer die wichtigste Regel beachtet, die heißt: »Nimm München so, wie es ist«, wird in dieser Stadt eine wunderschöne Zeit erleben, egal ob es regnet, ob die Sonne scheint oder ob Föhn ist. Natürlich können Sie München auch auf eigene Faust entdecken. Doch ein paar Daten und Details möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. München ist die Hauptstadt des Freistaates Bayern, drittgrößte Stadt der Bundesrepublik, liegt 478 m über dem Meeresspiegel (am Hauptbahnhof), hat mehr als 1,2 Mio. Einwohner, eine weit unter dem Durchschnitt liegende Arbeitslosenquote und angeblich die meisten Multimillionäre. Es gibt immer noch zu wenig Livebühnen für die Musik junger Leute, dafür hoch subventionierte Edelkultur von Oper über Ballett bis Sprechbühne, ein teures U-Bahn-System, die gute alte Trambahn, 3500 zentral organisierte Taxis, fünf Tageszeitungen und mit dem Bayerischen Rundfunk einen der großen Sender der ARD. München ist, bis auf kurze Intervalle, traditionell von der SPD regiert, also eine rote Bastion im sonst so »schwarzen« Bayern. Die Stadt hat 25 Bezirke, 24 Polizeireviere und die größte Ärztedichte der Bundesrepublik. München ist mit seinen mehr als 100 000 Studenten eine der größten Akademikerschmieden Deutschlands. Viele Studiosi leiden unter den enorm hohen Mieten - auch hier ist München in Deutschland Spitze. Historisch gesehen hat München gegenüber den anderen beiden bayerischen Großstädten Augsburg und Regensburg einen kleinen Makel: Es war kein Siedlungsort der Römer, die unter Cäsar in diese Gegend einmarschiert sind. Doch haben hier Menschen schon in der Jungsteinzeit gelebt und Spuren hinterlassen. Die Kelten trieben sich dann im 6. Jh. in der Gegend herum, und im 10. Jh. befanden Mönche vom Tegernsee, dass diese Gegend ideal zum Besiedeln sei. Also ließ man sich in »Munichen« nieder, und seither ziert das Stadtwappen ein Mönch, im schwarzen Habit mit Goldrand. (Dass das Münchener Kindl als Stadtmaskottchen ebenfalls im Mönchsgewand steckt, ist ein ganz und gar unklerikaler Scherz der Geschichte.) Der Welfe Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, beschloss 1158, dem Bischof von Freising einen Streich zu spielen: Er ließ die dortige Zollbrücke über der Isar zerstören und errichtete eine neue isaraufwärts in Munichen. Markt und Münze kamen hinzu, München war gegründet. Schon gut 30 Jahre später wurde Heinrich geächtet und die Stadt zur Residenz der Wittelsbacher (1255), deren Einfluss bis heute spürbar ist. Noch ein paar Daten im Schnelldurchlauf: 1632 besetzt Gustav Adolf von Schweden die Stadt im Zuge des Dreißigjährigen Krieges. 1634 sterben über 7000 Menschen an der Pest, ein Drittel der damaligen Bevölkerung. Die Österreicher sind hier kurzzeitig Herren während des Spanischen Erbfolgekrieges, und 100 Jahre später, im Jahr 1800, wird München von den Franzosen eingenommen. Doch sechs Jahre darauf wird Bayern Königreich und München Sitz der Verwaltung. Im 20. Jh. spielt München keine sehr rühmliche Rolle. Zwar startet Kurt Eisner hier 1918 die Novemberrevolution, doch findet 1923 ebenfalls in München der erste nationalsozialistische Putschversuch statt, diesmal noch ohne Erfolg. Der kam dann später, und München wurde zur Hauptstadt der braunen Bewegung. Während des Zweiten Weltkrieges wurde halb München zerbombt. Und noch einmal kommt München weltweit aus schrecklichem Anlass in die Schlagzeilen: 1972, während der Olympischen Sommerspiele, scheitert der Befreiungsversuch jener israelischen Sportler, die von arabischen Terroristen gekidnappt worden waren, durch Spezialeinheiten der Polizei. Die Bilanz: 17 Tote, darunter fünf Terroristen. Die »fröhlichen Spiele« waren vorbei, auch wenn es dann hieß: The games must go on. München ist Gott sei Dank nicht nur Oktoberfest. München ist auch ein gewisses Lebensgefühl, und zwar ein sehr vielschichtiges. Dazu gehört eine Heerschar von Beautys beiderlei Geschlechts. Man sieht sie in der Diskothek P1, im Nektar oder früh am Morgen um 15 Uhr im Forum beim Frühstück. Konträr dazu ist der Münchner Edelbayer. Er trägt den Loden wie den Zobel, spricht den Dialekt mit vornehmer Distanz und schmückt ihn mit Fremdwörtern. Er verzehrt die Weißwurst mit gespreiztem Finger, gibt wenig Trinkgeld und hat ein Opernabonnement. Fast hätten wir nun den Münchner schlechthin vergessen. Er ist, innerhalb der bayerischen Sippe, nicht unumstritten und ein wenig beneidet. Der Passauer Kabarettist Sigi Zimmerschied, ein Meister des scharfen bayerischen Wortes, sagt über ihn: »Da Münchner is no so vui Bayer, dass er 's Maul halten möcht, und so viel Preiß, dass er sein Schmarrn dann doch nausredt.« Doch das ist nur die eine Seite, und die auch noch von außerhalb betrachtet. Der Münchner ist, wenn man das überhaupt verallgemeinern darf, ein eher geruhsamer Mensch. Er sitzt gerne vor seinem Weißbier und denkt nach: über Gott, die Welt, den FC Bayern und die Steuererklärung. Er ist nicht unbedingt kontaktfreudig, und es ist wohl eine der höchsten Auszeichnungen, wenn er es einem Fremden gestattet, an seinem Tisch Platz zu nehmen. Touristen finden Münchner natürlich auch im Hofbräuhaus. Die werden dort ausgestellt. Doch um echte Münchner zu treffen, ist es empfehlenswerter, sich eines der kleinen Wirtshäuser zu suchen, die in den Seitengassen angesiedelt sind. Oder man stelle sich neben eines der Open-Air-Schachbretter, im Park bei der Technischen Universität oder an der Münchner Freiheit. Dort wird jeder Zug intensiv diskutiert, und eine bessere Möglichkeit, um ins Gespräch zu kommen, findet sich kaum. Denn beim Kartenspielen am Stammtisch darf man nun wirklich nicht stören. Auch wenn man Skat kann, was dem bayerischen »Schafkopfen« - (kommt nicht von Schaf, sondern vom Holzschaff, auf dem früher gespielt wurde) - ähnlich ist. Und wie sieht der Münchner seine Stadt? Gegenüber einem Fremden wird er sie mit Zähnen und Klauen verteidigen. Es gibt ja das beliebte Medienspielchen, in dem in schöner Regelmäßigkeit irgendein Hamburger Magazin oder eine Berliner Zeitung wieder auf die Stadt an der Isar einprügelt. Dann werden in München die Federn gespitzt zum Gegenschlag. Bayerisch hat einen reichen Schatz an heimtückischen Worten. Und der Dialekt erlaubt rüdeste Scherzchen, weil er ja so gemütlich klingt. Für Besucher empfiehlt es sich, das Auto am Stadtrand oder in der Hotelgarage zu lassen. Denn Parkplätze in der Innenstadt sind selten. Und wer falsch parkt, wird abgeschleppt oder bekommt zumindest ein schmerzhaft teures Knöllchen. Was aber ist nun Touristen zu empfehlen, damit sie einen ersten, möglichst typischen Eindruck von der Stadt bekommen? Wer mit dem Zug kommt, sollte vielleicht durch den Alten Botanischen Garten runter zum Promenadeplatz wandern, weiter über den Marienplatz, hinter dem Rathaus vorbei, zur Maximilianstraße, nach Norden in die Residenzstraße einbiegen und sich in den Pfälzer Weinprobierstuben vom ersten Eindruck erholen. Wer Münchner Luft atmen will, sollte in den Biergarten vom Augustiner gehen. Im Schatten der Kastanien bringt eine freundliche (!) Kellnerin ein kühles Weißbier, dazu irgendwas Feines, Bayerisches zum Essen. Von Ferne tost der Großstadtverkehr, doch hier ist eine Oase des Friedens. Und egal, woher man kommt, dann ist man froh, in München zu sein.
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