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Essen und Trinken
Mais war für die Maya und Azteken Lebensmittel und Religion zugleich - heute kennen und lieben die Mexikaner Hunderte von Rezepten, die sich um die kalkhaltige Pflanze drehen.Das Frühstück (desayuno) ist reichhaltig. Beim desayuno americano wird Ihnen frisch gepresster Obstsaft oder ein tropischer Früchteteller gereicht, gefolgt von Eiern, Speck und Brot. Bei den Einheimischen beliebt sind huevos rancheros (Spiegeleier auf Tortillas mit Chilisauce und Bohnenbrei) und huevos a la mexicana (Rühreier mit Tomate und Chili). Dazu serviert man Ihnen einen café americano (leider meistens recht schwach), seltener einen café de olla, mit Zimt veredelter, starker Kaffee.Die Mexikaner nehmen ihre Mahlzeiten spät ein: Mittagessen erst ab 14 Uhr und Abendessen nicht vor 21 Uhr. Während man mittags oft nur einen Snack zu sich nimmt, wird abends ausgiebig gespeist.Ein unentbehrlicher Bestandteil der mexikanischen Küche ist die Tortilla, ein dünner Fladen aus Maismehl, der in immer neuen Variationen gefüllt wird: frittiert als taco, in den Käse, Huhn- oder Fischstücke, Hackfleisch, Eier oder Gemüse eingeschlagen sind, gefüllt und in einer pikanten Sauce gekocht als enchilada, mit Sauerrahm oder Käse bedeckt als enchilada suiza bzw. mit Käse gefüllt als quesadilla; gebratene und mit Huhn oder Fleisch, Bohnenpüree und Käse belegte Tortillas nennt man tostadas. Sind die Fladen statt aus Mais aus Weizenmehl gebacken, heißen sie burritos.Zu zahlreichen Gerichten werden Bohnen (frijoles) serviert, oft gebraten als Bohnenbrei (frijoles refritos). Zutaten wie frischer Agavensaft, Hibiskusblüten und geschmorte Bananenblätter bilden exotische Akzente.Als Aperitif sind piña colada (Kokosmilch, Ananassaft und Rum werden mit Splittereis aufgeschäumt) und margarita (geeister Limonensaft mit einem Schuss Tequila und Orangenlikör, serviert in einem Glas mit Salzrand) sehr beliebt. Gut zum mexikanischen Essen passt das einheimische Bier, empfehlenswert sind Bohemia, Carta Blanca und Corona. Das Land verfügt auch über eine noch in den Anfängen steckende Weinproduktion. Die einheimischen Weine sind durchweg schmackhaft und darüber hinaus wesentlich preiswerter als die importierten.Agavenfelder prägen den Bundesstaat Jalisco. Die ins Bläuliche gehenden Tequila-Agaven sind Rohstoff für Mexikos berühmten Schnaps, eben den Tequila: Aus dem fermentierten Saft des Herzstücks der Agave werden pro Jahr über 70 Mio. l gebrannt. In dem Städtchen 60 km nordwestlich von Guadalajara am Fuß des Vulkans Tequila, das dem Exportartikel seinen Namen gab, öffnen mehrere Brennereien ihre Türen, demonstrieren den Herstellungsprozess und laden zur Verkostung ein. Während man die jüngeren Jahrgänge normalerweise mit Salz und Zitrone trinkt, genießt man reifen Tequila (añejo) pur wie einen guten Cognac.Essen gehen in Mexiko ist meist ein Erlebnis, ist Gaumen- und Augenschmaus zugleich. Eine mexikanische Besonderheit sind die überall anzutreffenden Obststände, wo Orangen, Papayas und Ananas zu Säften gepresst werden. In Mexiko-Stadt und den Städten aus der Kolonialzeit finden sich stilvolle, in historischen Gebäuden untergebrachte Restaurants. Hier speist man in romantischen Innenhöfen und hat Blick auf plätschernde Brunnen und üppig wuchernde Gewächse. Häufig werden die Gäste mit mexikanischer Volksmusik unterhalten. Nicht selten wird auch ein preiswertes Tagesgericht (comida corrida, für 5-8 Euro, Getränk teilweise eingeschlossen) angeboten.Auch wenn die Fischgerichte in den kleinen Strandküchen noch so verlockend aussehen: Wenn keine Speisekarte vorhanden ist und das Angebot mündlich vorgetragen wird, sollte man nach dem Preis fragen und sicherstellen, dass beide Parteien ihn verstanden haben und sich einig sind. Dies gilt dann auch für die Getränke. So vermeidet man Überraschungen und Ärger, wenn die Rechnung kommt.Vor Leitungswasser, Speiseeis, mit Eiswürfeln gekühlten Getränken, rohem Gemüse und ungeschältem Obst ist zu warnen. Bei »Moctezumas Rache« hilft das mexikanische Präparat Lomotil (Vorsicht bei Schwangerschaft!). Das staatliche Gütesiegel »H« verweist auf hygienisch einwandfreie Gaststätten.
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